Japanologie, Master 2-Fach

  • Wie wurde Japanisch vor 1000 und 500 Jahren gesprochen?
  • Welche Ähnlichkeiten und Unterschiede gibt es zwischen Japanisch und anderen Sprachen?
  • Welche Veränderungen hat die japanische Gesellschaft historisch durchlaufen?
  • Wie gestaltete sich der Austausch zwischen Japan und anderen asiatischen Staaten historisch?

Ich mochte es schon immer neue Sprachen zu lernen und meine Gedanken in neuen und anderen Wegen auszudrücken zu können.

Emre Karakas,  – Bachelor

Wieso haben Sie sich damals für Ihr Studienfach entschieden?

Es war eigentlich eine relativ spontane Entscheidung. Zuerst bewarb ich mich an mehreren Universitäten für Psychologie, wo ich sogar ein paar positive Rückmeldungen erhielt. Zur selben Zeit studierte eine Freundin Japanologie an der RUB und ich schaute ihr manchmal zu, wie sie ihre Hausaufgaben machte. Ich fand das so interessant, dass ich mich mehr damit beschäftigte und etwas über das Studium recherchierte. Ich mochte es schon immer neue Sprachen zu lernen und meine Gedanken in neuen und anderen Wegen auszudrücken zu können und daher sah ich dies als eine gute Möglichkeit, meinem Herzen und meiner "Leidenschaft", etwas das mir Spaß macht, zu folgen. Es fühlte sich zwar so an, als würde ich beim Roulette alles auf Schwarz setzen, aber heute bin ich einfach überaus glücklich und froh, dass ich jene Entscheidung damals getroffen habe.

An welchen Stellen haben sich die Erwartungen an Ihr Studienfach erfüllt, an welchen nicht?

Natürlich habe ich erwartet, dass die Sprachkurse anspruchsvoll und herausfordernd sein werden. Dies hatte sich auch bewahrheitet. Man musste stets am Ball bleiben, um den Anschluss nicht zu verlieren. Es war jedoch viel interaktiver als ich zuerst gedacht hatte. Nicht alle konnten mit diesem sportlichen Tempo umgehen, was sich dann leider auch in der Gruppengröße nach jedem Semester zeigt.

Ich hatte die Erwartung oder eher Hoffnung, nach meinem Studium in der Lage zu sein, mich mit meinen japanischen Mitmenschen und Kollegen unterhalten zu können und auch in Diskussionen, die mich interessierten einsteigen zu können. Ich kann von mir behaupten, dass die Sprachkurse mich darauf vorbereiten konnten, auch wenn es in der Realität nicht so "Lehrbuch-Glatt" läuft.

Auch vom kulturellen und historischen Aspekt des Lehrstoffes war ich positiv überrascht. Erst dann erkannte ich, dass Japanologie nicht nur ein "wir lernen Japanisch" Studiengang ist sondern "wir lernen Japan".

Was macht Ihnen in Ihrem Fach am meisten Spaß?

Am meisten Spaß machte es mir, jede Woche neue Grammatik zu lernen, die meinen Sprachhorizont immens erweiterte. Jedes Mal wenn ich mir wünschte "ich würde gerne dieses und jenes ausdrücken können", lernten wir in der darauffolgenden Woche genau das. Nach jeder neuen Woche war ich immer wieder erneut motiviert und freute mich, dass ich zum Beispiel endlich einen Wunsch oder eine Bitte auf Japanisch äußern konnte. Man fühlte sich teils wirklich wie ein Kind, dass lernt neu zu sprechen und endlich sagen kann "Ich habe Hunger" oder "Ich will das nicht tun". Das Leben wurde immer bunter und spannender mit neuen Arten und Wegen sich auszudrücken.

Was war bisher die größte Herausforderung?

Abseits von dem Lehrstoff und dem Tempo, war meine größte Herausforderung der Moment, als mein Flugzeug in Tokyo landete und ich mein Auslandsjahr antritt. Ich war zum ersten Mal so weit weg von der mir bekannten Heimat und stand allein vor dieser neuen ganz anderen Welt. Losgelöst von den Lehrbuchdialogen, versuchte ich mich in den ersten Wochen mit meinen Japanisch-Kenntnissen durchzukämpfen, fand jedoch den Anschluss sehr schnell. Auch wenn es Momente gab, wo ich an mir und der ganzen Sache zweifelte, ist es trotzdem eine Erfahrung die ich wirklich nur jedem ans Herz legen kann, denn ich denke, dass dieses Kapitel meines Studiums eines der prägendsten für mich war.

Was wollen Sie einmal damit werden?

Durch meine Fächerkombination mit BWL bin ich der Auffassung, dass ich einen sehr guten Anschluss in die internationale Wirtschaftswelt habe. Genau dort möchte ich dann auch in Zukunft hin, als Korrespondent zwischen internationalen Unternehmen und deren Kunden. Aber ich kenne auch viele Leute, auch teils gute Freunde von mir, die nur mit einem Japanologie Studium in der Lage waren, großartige Berufe in der internationalen Wirtschaftsbranche zu finden.

Momentan bin ich ein Werkstudent im HR-Bereich eines großen internationalen japanischen Chemiekonzerns. Ich kommuniziere problemlos mit meinen japanischen Kolleg*innen und habe zudem viel Spaß in einem neuen Arbeitsumfeld. 

Nach meinem Studium überlege ich für ein paar Jahre als CIR (Coordinator for International Relations) im Rahmen des JET-Programms in Japan zu arbeiten. Ich habe einige CIR während meines Auslandsaufenthalts kennenlernen dürfen und von Ihnen auch viel Unterstützung erhalten. Außerdem würde dies mir die Chance ermöglichen, für ein paar Jahre Arbeitserfahrung in Japan zu sammeln, bevor ich mich dann in einen festen Beruf binde.

Welche Tipps geben Sie den Leuten, die auch überlegen, Ihr Fach zu studieren?

Bleibt immer am Ball und wenn es auch mal nicht direkt klappt, nicht verzweifeln! Japanisch ist eine sehr komplexe und nuancierte Sprache. Es ist nichts, was man mal nebenbei so macht. Daher steckt dort angemessen genug Energie hinein und ihr werdet belohnt. 

Außerdem stresst euch nicht mit der Regelstudienzeit. Japanologie ist im Vergleich zu anderen Fächern sehr stark durchgeplant und durchgetaktet, was das "Individualisieren deines Studienplans" sehr erschwert. Daher nehmt es vielleicht etwas lockerer mit eurem Nebenfach (das hat mir zumindest sehr geholfen).

Steckbrief

Abschluss
Master of Arts
Beginn
Winter- und Sommersemester
Dauer
4 Semester
Unterrichtssprache
Deutsch
Zulassung
Zulassungsfrei, Bewerbung bei der Fakultät
Infos zur Einschreibung/Bewerbung für deutsche Bewerber*innen

Infos zur Einschreibung/Bewerbung für deutsche Bewerber*innen

Infos zur Einschreibung/Bewerbung für internationale Bewerber*innen

Infos zur Einschreibung/Bewerbung für internationale Bewerber*innen

Worum geht's?
Dieser Studiengang ist einzigartig, weil ...
er in der einzigen Ostasienfakultät Deutschlands angesiedelt ist und japanische Geschichte bzw. Sprachwissenschaft durch alle Epochen und mit diversen Fragestellungen beinhaltet.
Er bietet eine Vertiefung in den Bereichen ...
  • Geschichte (vor allem frühe Neuzeit und Neuzeit)
  • Sprachwissenschaft

Sie entscheiden sich für einen der beiden Vertiefungsrichtungen.

Zu wem passt's?
Wer diesen Studiengang studieren möchte,
bringt mit:
 
hat Spaß an:
  • Nachdenken über Sprache (Schwerpunkt Sprachwissenschaft)
  • Analysieren historischer Prozesse (Schwerpunkt Geschichte)
  • Beschäftigung mit anspruchsvollen Texten
 
kämpft sich durch:
  • japanische Fachtexte und Originalquellen
Dieser Studiengang ist für Absolvent*innen der folgenden Fächer geeignet
  • Japanologie, B.A.
Wer einen Abschluss in diesem Studiengang hat, arbeitet häufig
  • in der Kulturbranche
  • in den Medien
  • im Bereich Sprachunterricht
  • als Übersetzer/in
  • bei Firmen mit Japanbezug
Und sonst?
Ein Praktikum ...

ist freiwillig.

Ein Auslandsaufenthalt ... wird empfohlen.
Partneruniversitäten
  • Nihon-Universität, Tôkyô
  • Universität Okayama
  • Universität Mie
  • Universität Fukushima
  • Keiô-Universität, Tôkyô
  • Kyûshû-Universität, Fukuoka
  • Kwansei Gakuin-Universität, Hyôgo
  • Universität Niigata
  • Universität Ôsaka
Wer hilft?
Studienfachberatung

Gebäude, Raum: MB 3.123

E-mail: studienberatung-japanologie@rub.de

Webseite Studienfachberatung

Kontakt zu Studierenden

Fachschaft: Ostasienwissenschaften

Gebäude, Raum: MB 3/163 und 3/165

E-mail: fsr-oaw@rub.de

Webseite Fachschaft

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