Klassische Philologie, Master 1-Fach

  • Wie können klassische Texte re- und dekodiert werden?
  • Wie verlief die Rezeptionsgeschichte antiker Texte?
  • Welcher Einfluss der Texte untereinander ist zu erkennen?
  • Welche Ideen wurden (mit welchen sprachlichen Mitteln) ausgedrückt?
  • Wie haben sich die klassischen Sprachen entwickelt und verändert?
Luzminda Wenzel

Mit Fleiß und Leidenschaft für die Alten Sprachen kann man an der RUB ein anspruchsvolles, aber auch horizonterweiterndes Studium absolvieren.

– Luzminda Wenzel, Masterstudentin

Steckbrief

Abschluss
Master of Arts
Beginn
Winter- und Sommersemester
Dauer
4 Semester
Unterrichtssprache
Deutsch
Zulassung
Zulassungsfrei, Bewerbung bei der Fakultät
Infos zur Einschreibung/Bewerbung für deutsche Bewerber*innen

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Infos zur Einschreibung/Bewerbung für internationale Bewerber*innen

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Worum geht's?
Dieser Studiengang ist einzigartig, weil ...
er die Möglichkeit bietet, sich intensiv mit Fragestellungen der Klassischen Philologie auseinanderzusetzen und eigene Schwerpunkte zu setzen.
Er bietet eine Vertiefung in den Bereichen ...
  • Klassisches Latein
  • Mittel- und Neulatein
  • Komparatistik
  • Literaturwissenschaft
  • Rezeptionsgeschichte
Zu wem passt's?
Wer diesen Studiengang studieren möchte,

bringt mit:

  • sehr gute Latein-/Griechischkenntnisse
  • Kenntnisse in zwei modernen Fremdsprachen
  • Kenntnisse im Bereich der Geschichte, Altertumskunde, Mythologie
  • sehr gute Deutschkenntnisse

hat Spaß an:

  • literarischen und komparatistischen Fragestellungen
  • forschendem Lernen
  • selbstständiger Arbeit
  • intensiver Textarbeit

kämpft sich durch:

  • anspruchsvolle Texte und Fragestellungen
  • komplexes Material
  • eigenverantwortliches Lernen
Dieser Studiengang ist für Absolvent*innen der folgenden Fächer geeignet
  • B.A. Klassische Philologie
Wer einen Abschluss in diesem Studiengang hat, arbeitet häufig
  • an Hochschulen
  • in Forschung und Wissenschaft
  • im Bibliotheks- und Archivwesen
  • in Rundfunk, Fernsehen und Printmedien
  • im Verlagswesen
Und sonst?
Ein Praktikum ...

ist freiwillig.

Ein Auslandsaufenthalt ... kann freiwillig belegt werden.
Wer hilft?
Studienfachberatung

Studienfachberatung Klassische Philologie
Webseite Studienfachberatung

Kontakt zu Studierenden

Fachschaft Klassische Philologie
Gebäude, Raum: GB 2/58
Tel.: 0234 / 32-23894
E-Mail:
Webseite Fachschaft

Internet

Homepage des Studiengangs

Jessica Schmidt

Das Studium der Klassischen Philologie an der Ruhr-Universität Bochum ist zwar ein hartes Brot, aber es lohnt sich.

– Jessica Schmidt, Master of Education
Tobias Nitschke

Durch das Entziffern von Cicero, Caesar und Ovid fühlte ich mich der Antike ein kleines Stück näher.

– Tobias Nitschke, Masterstudent

Andere Studiengänge in diesem Fach

Luzminda Wenzel
Luzminda Wenzel studiert im 3. Semester Klassische Philologie mit dem Schwerpunkt Altgriechisch. Ihr angestrebter Abschluss ist der Master of Arts. Daneben absolviert sie einen Master-of-Education-Studiengang in den Fächern Latein und Deutsch.

Wieso haben Sie sich damals für Ihr Studienfach entschieden?

In einem Auslandssemester während meines vorherigen Studiums (Wiwi) erlernte ich die neugriechische Sprache. In Griechenland wuchs mein Interesse an der griechischen Kultur, weswegen ich mich nach meiner Rückkehr entschied, das Studium der Klassischen Philologie aufzunehmen. Da Latein in der Schule schon mein Lieblingsfach war, hatte ich keinerlei Berührungsängste mit den Alten Sprachen.

An welchen Stellen haben sich die Erwartungen an Ihr Studienfach erfüllt, an welchen nicht?

Die Ausbildung in der lateinischen Sprache erfolgt auf hohem Niveau und bereitet Studierende außerordentlich gut auf das spätere Berufsleben vor. Die Veranstaltungen in der griechischen Philologie finden leider nicht immer auf einem vergleichbaren Niveau statt, da für viele (Latein-)Studierende Griechisch oft nur ein notwendiges Übel darstellt, das abgeleistet werden muss. Dieser Umstand macht es für interessierte Studierende oft nicht leicht, spannende Kurse mitzugestalten.

Was macht Ihnen in Ihrem Fach am meisten Spaß?

Mir gefällt es sehr gut, dass wir ein kleines Seminar sind und man sich untereinander kennt. Die Studierenden werden von den Lehrenden sehr ernstgenommen, was sich zum Beispiel darin zeigt, dass immer wieder Studierende in Forschungsprojekte einbezogen werden. Eigene Forschungen und Interessensschwerpunkte werden mit Wohlwollen der Lehrenden begleitet und kompetent unterstützt. Die Lehrerausbildung im Rahmen des Master of Education (M.Ed.) wird sehr intensiv begleitet.

Was war bisher die größte Herausforderung?

Das Studium insgesamt ist eine Herausforderung, der man sich stellen wollen sollte. Gerade zu Beginn des Studiums kann man schon gelegentlich an der eigenen Disziplin scheitern, die aber unabdingbar in diesem Fach ist. Aus anderen Fachbereichen weiß ich, dass es häufig mit den Leistungsnachweisen/Klausuren auch klappt, wenn man bloß einige Wochen vorher intensiv lernt. Diese Strategie geht in der Klassischen Philologie nicht auf. Man sollte sich bewusst machen, dass semesterbegleitendes Lernen eine Selbstverständlichkeit werden muss, um das Studium zu bewältigen.

Was wollen Sie einmal damit werden?

Da ich bereits seit Jahren als Hilfskraft am Seminar für Klassische Philologie tätig bin, könnte ich mir gut vorstellen, wissenschaftlich an einer Hochschule zu arbeiten. Aber aufgrund positiver Erfahrungen während der zu absolvierenden Kernpraktika möchte ich sehr gern Lehrerin für die Fächer Deutsch und Latein (evtl. als Drittfach Altgriechisch) werden.

Welche Tipps geben Sie den Leuten, die auch überlegen, Ihr Fach zu studieren?

Mit Fleiß und Leidenschaft für die Alten Sprachen kann man an der RUB ein anspruchsvolles, aber auch horizonterweiterndes Studium absolvieren. Ich kann nur jedem empfehlen, auch eigenen Interessen im Rahmen des Studiums nachzugehen. Und: Lasst euch niemals einreden, dass ihr weltfremde Nerds seid, weil ihr Latein bzw. Griechisch studiert!

Jessica Schmidt

Wieso haben Sie sich damals für Ihr Studienfach entschieden?

Schon in der Schule zählte Latein zu meinen Lieblingsunterrichtsfächern. Ich war fasziniert von der Geschichte der alten Römer und war sehr traurig, als meine Beschäftigung mit dem Fach nach der (damals noch) 11ten Klasse ein jähes Ende fand. Schon damals stand für mich fest, dass ich mich nach meinem Abitur in diesem Bereich weiterbilden möchte. Da ich auch früher schon gerne Nachhilfe gegeben habe und im Allgemeinen gerne mit Menschen zu tun habe, stand auch recht bald für mich die Richtung meines Studiums (Lehramt bzw. Master of Education) fest.

Natürlich trifft man vor Aufnahme seines Studiums auf Menschen, die diese Entscheidung für absolut wahnsinnig halten und sich fragen, worin denn der Mehrwert des Erlernens von alten Sprachen liegt. Ich habe solchen Leuten immer entgegengehalten, dass man etwas tun muss, woran man wirklich Spaß hat. Außerdem ist und bleibt Latein die „Wiege unserer Kultur“.

An welchen Stellen haben sich die Erwartungen an Ihr Studienfach erfüllt, an welchen nicht?

Meine Erwartungen an mein Studienfach wurden rückblickend vielleicht sogar übertroffen. Das Studium der Klassischen Philologie an der Ruhr-Universität Bochum ist zwar ein „hartes Brot“, aber es lohnt sich. Das Seminar bietet ein breitgefächertes Angebot an und die Kurse finden auf einem sehr hohen Niveau statt. So dauerte es zu Beginn meines Studiums eine Zeit, bis ich mich schließlich in das System eingegliedert hatte und verstanden hatte, worum es wirklich ging: Nicht nur Latein zu übersetzen, sondern die Kunst dieser Sprache zu erkennen, zu verstehen und zu interpretieren. Unser Seminar ist sehr klein, was der an den Universitäten häufig bemängelten Anonymisierung entgegenwirkt. Hier ist man nicht nur eine Nummer. Ich habe dies immer als sehr familiär empfunden und keinesfalls als Nachteil. Für Probleme, Anmerkungen sowie Verbesserungsvorschläge hat jeder einzelne der Dozenten ein offenes Ohr. Insofern haben sich nicht nur fachlich, sondern auch organisatorisch meine Erwartungen an mein Studienfach erfüllt.

Besonders in der Fachdidaktik erfährt man im Master of Education sehr viel Unterstützung, so dass neben der Fachwissenschaft auch dieses Gebiet nicht weniger großer Beachtung findet.

Was macht Ihnen in Ihrem Fach am meisten Spaß?

Natürlich die Beschäftigung mit der alten Sprache; diese steht im absoluten Mittelpunkt meines Studiums. Die Liebe zum Fach hat sich über die Semester gefestigt. Die Unterstützung der Dozenten ist sehr groß und auch die Kommunikation funktioniert reibungslos. Darüber hinaus habe ich gerade in Latein wahnsinnig guten Anschluss zu meinen Kommilitonen gefunden, wodurch echte Freundschaften entstanden sind. Die Fachschaft hält immer zusammen und organisiert tolle Aktivitäten, bei denen man sich austauschen kann und auch mal Probleme löst. Solche Erfahrungen habe ich bis heute in keinem anderen Fach machen können. Dies ist sicherlich auch der Größe unseres Seminars zu verdanken.

Was war bisher die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung waren die ersten beiden Semester meines Bachelor-Studiums. Das Einfinden in die neuen Anforderungen und das Auffrischen meiner Lateinkenntnisse hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Wenn man aber etwas wirklich will und es nicht nur aufgrund guter Berufschancen studiert, sollte man sich dafür Zeit nehmen. Die Aufgabe der Selbstdisziplinierung war sicherlich nicht die einfachste in meinem Studium. Allerdings kann ich heute von mir behaupten, dass ich sehr zielstrebig und organisiert an andere Aufgaben gehe, die mir entgegengebracht werden. In anderen Fächern und auch in meinem Zweitfach war eine solch starke Selbstdisziplinierung nicht nötig, um gut durch sein Studium zu kommen. Auch, dass so manches Sommer-Wochenende mit Latein-Lernen verbracht wurde, statt das gute Wetter zu nutzen, musste ich erst einmal mit mir vereinbaren.

Nachdem man den Bachelor in der Klassischen Philologie absolviert hat, kann man jedoch frohen Mutes in den Master of Education übergehen. Hier musste ich mich nur einer großen Herausforderung stellen, die sich aber ebenso sehr schnell zu einer Leidenschaft entwickelte. Denn, nachdem zunächst der Fokus auf die fachwissenschaftliche Ausbildung gelegt wurde, kommt dann die fachdidaktische Ausbildung hinzu. Die größte Herausforderung ist und bleibt jedoch die Abschlussprüfung. Ich denke, dies ist aber in jedem Fach so zu bewerten.

Was wollen Sie einmal damit werden?

Nach dem fachwissenschaftlich-orientierten Studium und meiner Zeit als Hilfskraft am Seminar könnte ich mir vorstellen, später an der Universität zu bleiben, um zu forschen und mich dort intensiv weiter mit der lateinischen Sprache zu beschäftigen. Daher habe ich mir in meinem Master beide Wege offen gehalten und den Master of Arts und Master of Education parallel studiert. Allerdings habe ich in meinem Master of Education- Studium bemerkt, dass es mich doch mehr an die Schule zieht. Der Umgang mit Jüngeren und das Vermitteln und Begeistern für diese wirklich faszinierende Sprache reizt mich, weshalb ich nun, nach Abschluss meines Studium, den Beruf als Lehrerin für Latein und Philosophie anstrebe.

Welche Tipps geben Sie den Leuten, die auch überlegen, Ihr Fach zu studieren?

Wichtig ist, dass man sich wirklich im Klaren darüber ist, dass das Lateinstudium eine Menge Zeit, Fleiß und Disziplin erfordert. Wer Latein nur studiert, weil er glaubt damit gute Jobaussichten zu haben, ist in diesem Fach einfach falsch. Es bedarf einer gewissen Leidenschaft für alte Sprachen und auch eines eisernen Willens, um sein Studium wirklich durchzuziehen. Allen, die eben diese Leidenschaft für das Fach empfinden, möchte ich mit auf den Weg geben, sich nicht durch Bekannte - oder die bspw. momentan erneut entfachte Diskussion um den Nutzen Lateins - entmutigen zu lassen. Wenn man etwas wirklich will und es jemandem Freude bereitet, sollte man es angehen. Lasst euch von niemandem erzählen, dass ihr Freaks oder „unnormale“ Menschen seid, weil ihr ein solches Studium anstrebt. Ich kann aus meiner Erfahrung nur sagen, dass ich während meines Lateinstudiums tolle und ganz „normale“ Menschen kennengelernt habe, die ich in meinem Leben nicht missen möchte (naja, ein bisschen positiv verrückt sind sie schon, aber wer ist das nicht ;)).

Tobias Nitschke
Tobias Nitschke studiert im 11. Fachsemester Klasische Philologie (Schwerpunkt Latein). Sein angestrebter Abschluss ist der Master of Arts, 2- Fach. Tobias 2. Fach ist Geschichte.

Wieso haben Sie sich damals für Ihr Studienfach entschieden?

Die lateinische Sprache interessierte mich schon in der Schulzeit. Durch das Entziffern von Cicero, Caesar und Ovid fühlte ich mich der Antike ein kleines Stück näher und zudem sah ich einen Mehrwert für die Geschichtswissenschaft  ̶  lässt einen die Beherrschung der Sprache doch die Quellen aus erster Hand und „unverfälscht“ lesen.

An welchen Stellen haben sich die Erwartungen an Ihr Studienfach erfüllt, an welchen nicht?

Die Klassische Philologie hat sich als zweischneidiges Schwert entpuppt. Das Lesen der lateinischen Literatur macht immer noch sehr viel Spaß. Von der Antike fühle ich mich heute jedoch weiter entfernt als zuvor. Dies hat sich aber nicht durch das Fach oder die Lehre ergeben, sondern durch die Komplexität der Antike an sich und durch unsere Vorstellung von ihr, die einer tiefgreifenden Reflektion bedarf.

Was macht Ihnen in Ihrem Fach am meisten Spaß?

Den größten Reiz des Fachs macht das eben unter der zweiten Frage genannte aus. Die Beschäftigung mit der lateinischen Sprache fordert die Reflektion unserer Vorstellungen von Antike und somit auch eine Selbstreflektion, in deren Prozess man lernt, Problemstellungen anders gegenüberzutreten und auch aktuelle Sachverhalte differenzierter zu sehen. Zudem bringt mich die Fülle an Stoffen, welche die lateinische Literatur behandelt, immer wieder dazu, mich mit neuen Themen zu beschäftigen und gewährt mir so interessante Einblicke in Wissenschaften aller Art. Schließlich stattet mich mein Studium auch mit einem gewissen Sprachgefühl und einem analytischen Blick auf Sprache an sich aus, was für das Erlernen anderer „noch lebendiger“ Sprachen Gold wert ist.

Was war bisher die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung bestand und besteht für mich darin, mich vom „Schullatein“ zu trennen und eine Übersetzung zu erstellen, die allen Anforderungen genügt. Schließlich reicht es nicht, einen lateinischen Text grammatikalisch und sprachlich angemessen zu übersetzen, sondern dieser muss auch in den richtigen Kontext gestellt und dem Stil der jeweiligen Gattung angepasst werden. Wahrscheinlich ist dies eine Aufgabe, an der sich jeder Philologe seine gesamte Laufbahn lang zu messen hat.

Was wollen Sie einmal damit werden?

Nach meinem Studium würde ich gerne in den diplomatischen Dienst eintreten. Hier kann ich die analytische Denkweise, die mir das Studium der Klassischen Philologie eingeprägt hat, mit meinem Interesse an Politik, Recht und Wirtschaft verbinden und auch meine erworbenen Sprachkenntnisse, deren Erwerb mir ohne meine Studienwahl wahrscheinlich deutlich schwerer gefallen wäre, hoffentlich gewinnbringend einsetzen.

Welche Tipps geben Sie den Leuten, die auch überlegen, Ihr Fach zu studieren?

Man nehme den unbedingten Willen, sich durchzubeißen und trotz mancher Rückschläge nicht aufzugeben. Dazu gebe man noch einen Löffel Fingerspitzengefühl für Sprache sowie eine Prise Überblick über die Antike: Fertig ist ein guter Einstieg in das Studium der Klassischen Philologie.