Rechtswissenschaft, Staatsexamen

  • Was ist Recht?
  • Gilt Recht immer und für jeden und ist überall gleich auf der Welt?
  • Ist Recht immer gerecht?
  • Wie unterscheiden sich Privatrecht, Strafrecht und öffentliches Recht?
  • Wie werden Streitfälle in der Gesellschaft gelöst?
Kristin Hermann

Jura kann sehr viel Spaß machen und einem ganz neue Sichtweisen auf das Leben gewähren.

Kristin Hermann  – Staatsexamen
Kristin Hermann

Wieso haben Sie sich damals für Ihr Studienfach entschieden?

Ich habe bereits vor dem Studium der Rechtswissenschaften an der RUB Management & Economics studiert. Allerdings habe ich nach dem Bachelorabschluss gemerkt, dass meine Interessen auch bereits während dieses Studiums weitestgehend innerhalb des rechtlichen Bereichs lagen (insbesondere im Handels- und Gesellschafts- sowie im Arbeitsrecht). Aus diesem Grund habe ich für mich selbst keine Zukunft mit einem Master in Management & Economics gesehen (welchen ich bereits angefangen hatte), sondern stattdessen mich für das Staatsexamen interessiert, mit dem ich anschließend im Oktober 2020 begonnen habe.

An welchen Stellen haben sich die Erwartungen an Ihr Studienfach erfüllt, an welchen nicht?

Wenn man erzählt, dass man Jura bzw. Rechtswissenschaften studiert, kommt in 80% der Fällen die Frage „Ist das nicht trocken?“ vom Gesprächspartner. Dieses Vorurteil hat man natürlich mit dem Studienstart auch im Kopf. Allerdings hat sich dies in keiner Weise bestätigt. Vielmehr sind die Rechtswissenschaften, ganz im Gegenteil zum Klischee, sehr abwechslungsreich und vielseitig. Man hat die Möglichkeit, vor allem im weiteren Verlauf des Studiums seine eigenen Stärken herauszufinden und diese vor allem im Schwerpunkt zunutze zu machen.

Zudem habe ich gehofft, die Möglichkeit zu haben, sich innerhalb des Studiums „spezialisieren“ zu können. Auch dies ist mit den Möglichkeiten innerhalb des Schwerpunktbereiches sehr gut möglich. Dieser ist äußerst vielseitig und bietet für jedes Interesse Veranstaltungen an. Innerhalb meines Schwerpunktbereiches gab es außerdem bereits Möglichkeiten, mit Berufsträgern aus der Praxis in einen Austausch zu gelangen, was mich sehr weitergebracht hat.

Die einzige negative Erwartung, welche ich hatte, bestand mit Blick auf die Examensvorbereitung. Zwar war diese auch zu Teilen sehr anstrengend. Allerdings würde ich im Nachhinein sagen, dass es weitaus weniger „schlimm“ war, wie es teilweise dargestellt wird.

Was macht Ihnen in Ihrem Fach am meisten Spaß?

Zu sehen, wie man sich persönlich und fachlich weiterentwickelt. Zu Beginn des Studiums können die Rechtswissenschaften teilweise sehr abstrakt erscheinen. Allerdings bietet die RUB sehr viele verschiedene Veranstaltungen, in denen man sein Wissen ausbauen kann. Vor allem die Momente, in denen man systematisch ein neues Fach erarbeitet und dieses versteht, es also in gewisser Weise „Klick“ macht, haben mir am meisten Spaß bereitet und mich zusätzlich motiviert. Auch der Austausch mit Kommilitonen über verschiedene juristische Themen kann sehr viel Spaß machen.

Zudem sind die Rechtswissenschaften ein Bereich, der das gesamte alltägliche Leben prägt. Während des Studiums sieht man teilweise auch in öffentlichen Diskussionen die Bezüge zum eigenen Studium und merkt, inwiefern das Gelernte in den kleinsten Alltagssituationen anwendbar ist. Dadurch hat man das Gefühl, sich nicht nur akademisch, sondern auch in Alltagssituationen fortzubilden.

Was war bisher die größte Herausforderung?

Der schriftliche Teil des Staatsexamens. Zwar bereiten einen die Veranstaltungen auf die grundlegenden Themen ausführlich vor. Allerdings sieht man die „großen“ Zusammenhänge erst innerhalb der Examensvorbereitung und muss sich eine eigene Strategie des Lernens entwickeln. Dies lässt sich insbesondere auf die lange Vorbereitungszeit von teilweise über 2 Jahren zurückführen, welche man im Normalfall weder als Schüler noch als Auszubildender jemals erlebt hat. Bringt man allerdings ausreichendes Interesse und auch Spaß am Fach mit, lässt sich auch diese Herausforderung bewältigen.

Was wollen Sie einmal damit werden?

Als ich noch in der Schule war, hätte ich diese Frage vermutlich besser beantworten können als jetzt. Da wäre die Antwort klar „Richterin“ gewesen. Mit dem Studium verändert sich allerdings teilweise auch die Sichtweise auf verschiedene Rechtsbereiche und mit Praktika und Nebentätigkeiten hat man die Möglichkeit, einen anderen Einblick in verschiedene Praxisbereiche zu sammeln. Aktuell würde ich deshalb vermutlich sagen, dass ich Anwältin werden möchte. Dadurch, dass mir das öffentliche Recht besonders Spaß macht, würde ich allerdings auch heute nicht ausschließen, den Weg in den Staatsdienst zu wählen. Andererseits arbeite ich bereits seit einiger Zeit als wissenschaftliche Hilfskraft an der Universität und merke auch da, dass ich die Lehrtätigkeit von Dozenten sehr interessant finde. 

Alles in Allem möchte ich zunächst im Referendariat weitere Praxiseinblicke bekommen und mich im Anschluss daran konkret auf einen Berufszweig festlegen.

Welche Tipps geben Sie den Leuten, die auch überlegen, Ihr Fach zu studieren?

Wenn Euch rechtliche Zusammenhänge liegen und Ihr Interesse daran habt, wird das Jurastudium für Euch sehr interessant werden. Auch wenn Ihr noch unsicher seid, kann ich nur empfehlen, das Studium zumindest „auszuprobieren“ und keine Angst davor zu haben, dass es eventuell „doch nichts ist“ und man sich neu orientieren muss. Ich habe dasselbe getan und es bis heute keine einzige Sekunde bereut. Manchmal muss man verschiedene Wege ausprobieren, um im Endeffekt das Richtige für sich und den eigenen Berufsweg zu wählen.

Dabei sollte man zudem immer etwas finden, das einem tatsächlich Spaß macht, denn sonst wird man mit der zukünftigen Tätigkeit niemals glücklich. Versucht zwar mit anderen über Eure Entscheidungen zu sprechen und Euch Rat einzuholen, bedenkt aber auch, dass Ihr im Endeffekt selbst davon überzeugt sein müsst und nicht zu viel auf die Meinung anderer geben dürft. In jedem Fall kann Jura sehr viel Spaß machen und einem ganz neue Sichtweisen auf das Leben gewähren.

Steckbrief

Abschluss
Staatsexamen
Beginn
Winter- und Sommersemester
Dauer
10 Semester
Unterrichtssprache
Deutsch
Kosten
Zulassung
Zulassungsbeschränkt (NC)
Infos zur Einschreibung/Bewerbung für deutsche Bewerber*innen

Infos zur Einschreibung/Bewerbung für deutsche Bewerber*innen

Infos zur Einschreibung/Bewerbung für internationale Bewerber*innen

Infos zur Einschreibung/Bewerbung für internationale Bewerber*innen

Worum geht's?
Dieser Studiengang ist einzigartig, weil ...
Jura so vielschichtig wie das wirkliche Leben ist.
Er bietet eine Vertiefung in den Bereichen ...
  • Familie, Vermögen, Verfahren
  • Arbeit und Soziales
  • Unternehmen und Wettbewerb
  • Internationale und Europäische Wirtschaft
  • Wirtschaftsverwaltung, Umwelt und Infrastruktur
  • Steuern und Finanzen
  • Strafverteidigung, Strafprozessrecht und Kriminologie
Zu wem passt's?
Wer diesen Studiengang studieren möchte,
bringt mit:
  • gute Deutschkenntnisse
  • Sozialkompetenz
  • politisches Interesse
  • Durchhaltevermögen
hat Spaß an:
  • Textarbeit
  • logischem Denken
  • Analyse und Anwendung von Gesetzen
kämpft sich durch:
  • den juristischen Gutachtenstil
  • die fachsprachlichen Rechtstexte
  • die aktuelle Rechtsprechung
Wer einen Abschluss in diesem Studiengang hat, arbeitet häufig
  • in der Justiz als Richter, Staatsanwalt, Rechtsanwalt
  • als Verwaltungsjurist
  • als Verbandsjurist in nationalen und internationalen Verbänden und Organisationen
  • in der Wirtschaft als Personalchef, Geschäftsführer, Referent
  • als Wissenschaftler wie Professor
Und sonst?
Ein Auslandsaufenthalt ... wird empfohlen. Er wird im 4. Semester absolviert.
Dauer: 1-2 Semester
Partneruniversitäten
Wer hilft?
Studienfachberatung

Gebäude, Raum: GD 2/529

Tel.: 0234 / 32-22806

E-mail: studienberatung-jura@rub.de

Webseite Studienfachberatung

Kontakt zu Studierenden

Fachschaft: Jura

Gebäude, Raum: GD 1/141

Tel.: 0234 / 32-22767

E-mail: kontakt@fs-jura.de

Webseite Fachschaft

Britta

Britta zeigt euch heute ihr Studienfach Jura an der Ruhr-Universität Bochum und gibt euch einen Einblick in ihren Studienalltag.

Britta
Alina Mathis

Am meisten Spaß macht es Fälle zu lösen, die aktuell von gesellschaftlicher Relevanz sind und sich so nicht nur juristisch weiterbilden zu können.

Alina Mathis  – Staatsexamen
Alina Mathis

Wieso haben Sie sich damals für Ihr Studienfach entschieden?

Ich hatte bereits in der Oberstufe ein Praktikum in einer Rechtsanwaltskanzlei absolviert und dabei wertvolle Einblicke in den Arbeitsalltag von Rechtsanwälten, Richtern und Staatsanwälten erlangen können. Als ich mit der Wahl meines ersten Studiums nicht mehr zufrieden war, habe ich mich dann an diese Erfahrungen zurückerinnert und mir vom Jurastudium mehr Vielfalt für meine späteren Berufsmöglichkeiten erhofft.

An welchen Stellen haben sich die Erwartungen an Ihr Studienfach erfüllt, an welchen nicht?

Hinsichtlich der Breite an in Vorlesungen behandelter Themenfelder bin ich nicht enttäuscht worden. Außerdem bieten sich auch über den obligatorischen Prüfungsstoff hinaus viele Möglichkeiten, sich entsprechend der eigenen Interessen in spezifischen Themenbereichen weiterzubilden und Zusatzqualifikationen zu erlangen. Dabei ist jedoch der aufzubringende Lernaufwand nicht zu unterschätzen.

Was macht Ihnen in Ihrem Fach am meisten Spaß?

Am meisten Spaß macht es Fälle zu lösen, die aktuell von gesellschaftlicher Relevanz sind und sich so nicht nur juristisch weiterbilden zu können. Außerdem erlebt man über den gesamten Weg des Studiums hinweg immer wieder kleine oder große Leistungserfolge, die einen weiterhin motivieren.

Was war bisher die größte Herausforderung?

Die Bewältigung von Klausurenphasen in denen man einen guten Ausgleich zwischen dem Lernen, aber auch der Freizeitgestaltung finden sollte.

Was wollen Sie einmal damit werden?

Derzeit interessiere ich mich für eine Tätigkeit als Rechtsanwältin im Bereich des Zivilrechts.

Welche Tipps geben Sie den Leuten, die auch überlegen, Ihr Fach zu studieren?

Das Studium ist keinesfalls so unbewältigbar und „trocken“ wie oftmals behauptet. Solange man von Anfang an mit dem Lernen am Ball bleibt werden sich die Bemühungen auch auszahlen.