Wie sichere ich die Wasserversorgung auch in trockenen Regionen?
Kann man die CO2-Emission verringern?
Lassen sich Vulkanausbrüche und Erdbeben vorhersagen?
Werden wir in Zukunft alle Erdwärme nutzen können?
Ihr interessiert euch für Naturwissenschaften, wollt euch aber nicht auf Physik, Bio, Chemie oder Mathe festlegen? Dann seid ihr bei den Geowissenschaften genau richtig.
Johannes Brzeszniak studiert Geowissenschaften im 6. Fachsemester. Sein angestrebter Abschluss ist der Bachelor of Science, 1-Fach.
Wieso haben Sie sich damals für Ihr Studienfach entschieden?
In erster Linie, weil ich vorher Maschinenbau studiert habe und ich mir bei den Geowissenschaften am meisten anrechnen lassen konnte. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass es ein zufälliger Treffer genau ins Schwarze war. Die Geowissenschaften beschäftigen sich mit so gut wie allen Naturwissenschaften (Physik, Chemie, zum Teil auch Biologie) und bieten somit eine ungeahnte Vielfalt. Man beschäftigt sich mit den großen Zusammenhängen, z. B. die Entstehung und Entwicklung der Erde, aber man erfährt auch, was die kleinsten Bestandteile (z. B. Atomgitterstrukturen) damit zu tun haben.
An welchen Stellen haben sich die Erwartungen an Ihr Studienfach erfüllt, an welchen nicht?
Mir war bewusst, dass ein Studium nicht nur Sonnenseiten hat. Durch manche theorielastige Fächer muss man sich durcharbeiten. Da in jedem Semester aber auch speziell geowissenschaftliche Kurse angeboten werden, geht der Spaß nicht verloren.
Was macht Ihnen in Ihrem Fach am meisten Spaß?
Die familiäre Atmosphäre im Institut. Da wir in der Regel nicht sehr viele Studierende in einem Fachsemester sind, wächst man schnell zusammen. Die leider etwas weniger gewordenen, aber dennoch recht häufigen Geländeübungen helfen dabei, schnell viele Leute kennenzulernen. Auch die Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeiter sind sehr umgänglich, wenn man sie mit dem angemessenen Respekt behandelt. Man munkelt auf der ein oder anderen Geländeübung wird dann auch schon mal ein Bier zusammen getrunken.
Was war bisher die größte Herausforderung?
Ein spannendes Thema für die Bachelorarbeit zu finden. Ich will damit nicht sagen, dass es keine spannenden Themen gibt, denn es gibt eine unglaubliche Vielfalt an Möglichkeiten. Ich suche jedoch etwas, was mich wirklich fesselt und begeistert.
Was wollen Sie einmal damit werden?
Stand August 2016 könnte ich mir denken Hydro- oder Ingenieurgeologe zu werden. Wobei die Geophysik, speziell die Explorationsgeophysik auch ein spannendes Feld ist. Ich lasse mich mal überraschen, wohin der Weg mich nach dem fertigen Master führt.
Welche Tipps geben Sie den Leuten, die auch überlegen, Ihr Fach zu studieren?
Viele Studienbeginner merken nach ein paar Semestern, dass der gewählte Studiengang doch nicht das hält, was man sich erhofft hat. Das erkennt man aber erst, wenn man es ausprobiert hat. Scheut euch nicht, zu einem anderen Fach zu wechseln. Alles was ihr macht sind Erfahrungen, die euch im Leben weiter bringen.
Zu den Geowissenschaften: Ihr interessiert euch für Naturwissenschaften, wollt euch aber nicht auf Physik, Bio, Chemie oder Mathe festlegen? Ihr habt Spaß daran auch mal nach draußen zu gehen und auf Geländeübungen euch buchstäblich durch die Wildnis zu kämpfen? Dann seid ihr bei den Geowissenschaften genau richtig. Hier lernt ihr, dass ein Stein nicht gleich ein Stein ist und dass es Vulkane und Erdbeben nicht nur auf Island und Japan oder in Südamerika gibt, sondern auch „bei uns um die Ecke“. Am Anfang müsst ihr euch vielleicht etwas durch die Grundlagen quälen, aber das ist nun mal in jedem Studium so und erfahrungsgemäß bei uns machbarer als beispielsweise bei den Bauingenieuren oder Maschinenbauern.
Als groben Einblick in die Geowissenschaften, gebt „Geowissenschaften“ einfach mal bei Wikipedia ein und ihr erhaltet einen guten Überblick über die Gebiete, in denen wir tätig sind.
Philipp Rasch studiert im 6. Semester Geographie. Sein angestrebter Abschluss ist der Bachelor of Arts, 2-Fach. Philipps zweites Fach ist Geschichte. Nach dem Bachelor möchte er seinen Master of Science in Geographie anschließen.
Wieso haben Sie sich damals für Ihr Studienfach entschieden?
Weil ich zunächst von meinem ursprünglichen Fach (Wirtschaftswissenschaften) weg wollte und dann zu Geschichte gewechselt habe, weil mir das Fach schon in der Schule gut lag. Ich hatte dann als "Parkfach" Russische Kultur, da Geschichte nur als 2-Fach-Bachelor zu wählen war. Ich habe dann im nächsten Semester zu Geographie als zweites Fach gewechselt, da ich schon von vornherein geplant hatte, es als zweites Fach zu nehmen, dies jedoch nur zum Wintersemester ging. Geographie hatte mich schon immer interessiert!
An welchen Stellen haben sich die Erwartungen an Ihr Studienfach erfüllt, an welchen nicht?
Meine Erwartungen haben sich eigentlich alle erfüllt.
Was macht Ihnen in Ihrem Fach am meisten Spaß?
Physische Geographie.
Was war bisher die größte Herausforderung?
Die Statistikklausur zu bestehen. Allerdings liegt diese Herausforderung noch ein weiteres Mal vor mir, da ich beim ersten Mal durchgefallen bin.
Was wollen Sie einmal damit werden?
Ich möchte damit in die Klimaforschung gehen und mich mit dem Klimawandel beschäftigen.
Welche Tipps geben Sie den Leuten, die auch überlegen, Ihr Fach zu studieren?
Sich vorher gut über das Fach zu informieren, da es sich zwar nicht grundlegend von dem Schulfach Erdkunde unterscheidet, jedoch ein viel größeres Spektrum abdeckt. Und wenn man sich dafür entschieden hat, dieses Fach an der RUB zu studieren, sollte man auf jeden Fall zur Einführungsveranstaltung gehen, da diese schon den ersten Credit Point gibt.
Die bisher größte Herausforderung war meiner Meinung nach zunächst die große Exkursion.
Mike Schäfer studiert Geographie im 7. Fachsemester. Sein angestrebter Abschluss ist der Bachelor of Science, 1-Fach.
Wieso haben Sie sich damals für Ihr Studienfach entschieden?
Da ich das Fach Erdkunde bzw. Geographie schon in der Schule sehr spannend und aufgrund der Interdisziplinarität sehr vielseitig fand, hab ich zunächst Geographie als Leistungskurs im Abitur zusammen mit Mathematik belegt. Die ursprüngliche Idee war, auf Lehramt (Mathematik/Geographie) zu studieren, womit ich zunächst auch an der RUB begonnen habe. Nach einem Semester wurde mir jedoch schnell klar, dass ich Geographie im Gegensatz zu Mathematik bzw. zum Lehramts-Studium sehr viel interessanter fand. Geographie deckt meine Interessen (Geologie, Meteorologie, Stadtforschung und Stadtgeschichte, Klimatologie, Bodenkunde, Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaften, Soziologie usw.) ab, sodass ich mich dann letztendlich dazu entschlossen habe, das Geographie-Studium im Mono-Bachelor vertiefend zu studieren.
An welchen Stellen haben sich die Erwartungen an Ihr Studienfach erfüllt, an welchen nicht?
Erfüllt haben sich die Erwartungen dahingehend, dass die Interdisziplinarität gegeben ist. Geographie bietet viele Schnittstellen mit anderen Fachbereichen und Studiengängen, wie zum Beispiel die Meteorologie, Geologie oder auch Soziologie. Die Erwartung, dass nicht nur naturwissenschaftliche Themenfelder angesprochen werden, sondern auch gesellschaftswissenschaftliche Themen, hat sich auf jeden Fall erfüllt. Weiterhin wurde die Erwartung erfüllt, dass auch computergestützte Kartographie-Methoden eingeübt werden. Das Erstellen von Karten ist beispielsweise eine der Paradedisziplinen ausgebildeter Geographen.
Nicht ganz erfüllt haben sich meine Erwartungen im Bereich der Geländearbeiten. Ich hätte vor dem Studium gedacht, dass gerade naturwissenschaftliche Themen in Form von Gelände- oder Laborarbeiten praktisch diskutiert werden. Geländearbeiten werden im Geographie-Studium zwar auch durchgeführt, kommen meiner Meinung nach aber etwas zu kurz. Das ist ein wenig schade.
Was macht Ihnen in Ihrem Fach am meisten Spaß?
An meinem Fach macht mir am meisten das Arbeiten im Gelände Spaß, auch wenn dies, wie bereits gesagt, etwas zu kurz kommt. Gerade hier können theoretische Inhalte praktisch in der Natur beobachtet und diskutiert werden. Der Austausch von Ideen und das Diskutieren im Team machen sehr viel Spaß.
Was war bisher die größte Herausforderung?
Die bisher größte Herausforderung war meiner Meinung nach zunächst die große Exkursion. Im Laufe des Geographie-Studiums müssen die Studierenden an einer großen Exkursion im In- oder Ausland teilnehmen, die je nach Zielort zwischen 8 und 21 Tagen dauert. Da gibt es verschiedene Zielorte, wie zum Beispiel die niederländische Küstenregionen, Wien, Norwegen, aber auch weiter entfernte Zielorte, wie zum Beispiel Bolivien oder Hawaii. Ich habe meine große Exkursion beispielsweise auf Hawaii über einen Zeitraum von 2,5 Wochen gehabt. Solche großen Exkursionen können aufgrund der klimatischen Gegebenheiten eine große Herausforderung für den Körper und auch für die Nerven darstellen. Es war also einerseits meine größte Herausforderung, da die Tagesmärsche aufgrund des Klimas teilweise sehr anstrengend und kräftezehrend gewesen sind, aber andererseits war es auch definitiv die beste Zeit im Studium bzw. in meinem Leben. Man sieht hier also auch wieder, dass Geographie auch ein Stück weit mit praktischem Arbeiten in Form von Geländearbeiten oder Exkursionen zu tun hat.
Was wollen Sie einmal damit werden?
Ich könnte mir vorstellen, mal im Bereich des Klima- oder Bodenschutzes zu arbeiten und Konzepte zu entwickeln, um beispielsweise das Stadtklima zu verbessern (Stichwort Smog oder städtische Wärmeinseln usw.) oder kontaminierte Brachflächen wieder nutzbar zu machen. Aufgrund der Vielseitigkeit des Studiums bieten sich für ausgebildete Geographen aber viele Nischen auf dem Arbeitsmarkt. Wo die Reise also tatsächlich mal hingehen wird, wird sich dann in der Zukunft nach dem Masterstudium entscheiden.
Welche Tipps geben Sie den Leuten, die auch überlegen, Ihr Fach zu studieren?
Ich würde auf jeden Fall den Tipp geben, dass der Studiengang Geographie sich durchaus ein Stück weit mit dem Schulfach Erdkunde deckt, jedoch auch deutlich umfangreicher und interdisziplinärer ist, als das Schulfach. Geographie zählt an der Uni, anders als in der Schule, zu den naturwissenschaftlichen Fächern, sodass auch Physik/Statistik/Chemie im Laufe des Studiums angeschnitten werden, gerade im Bereich der Klimatologie und Bodenkunde.
Des Weiteren würde ich den Tipp geben, ein gewisses Maß an Selbstorganisation mitzubringen, da neben den Klausuren viele Hausarbeiten und Präsentationen angefertigt werden müssen. Das wird natürlich auch nochmal vermittelt, wie solche Sachen angefertigt werden, aber es schadet nicht, bereits eine gewisse Selbstorganisation und Eigenverantwortung mitzubringen.
Ansonsten kann ich jedem nur noch empfehlen, auf der Homepage des Geographischen Instituts den Modulführer aufzurufen und zu schauen, welche Module im Studium durchlaufen werden und welche Inhalte hier vermittelt werden sollen. Das gibt eigentlich schon einen ganz guten Überblick.